© Regionalverband Bodensee-Oberschwaben  |   09.09.2010, 21:25



MORO - Modellvorhaben der Raumordnung

Modellvorhaben sind für die Bundesraumordnung ein wichtiges Instrument zur Umsetzung eines stärker prozess-, aktions- und projektorientierten Planungs- und Politikverständnisses. Mehr Aktionen und Projekte statt Programme und Pläne lautet seit den 90er Jahren das Arbeitsprinzip für die räumliche Planung.

 

Mit dem Aktionsprogramm "Modellvorhaben der Raumordung" (MORO) unterstützt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) die praktische Erprobung und Umsetzung innovativer, raumordnerischer Handlungsansätze und Instrumente in Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis, d.h. mit Akteuren vor Ort, in den Regionen.




 

Gemeinsam mit dem Regionalverband Hochrhein-Bodensee ist der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben seit 2007 in zwei dieser Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) involviert. Ziel beider Projekte ist die Weiterentwicklung der überregionaler Partnerschaften, wobei in dem zweiten MORO-Projekt der Fokus ausschließlich auf die Kooperationen in grenzüberschreitenden Verflechtungsräumen gelegt wird, zu denen auch der Bodenseeraum gehört.

  

 

MORO-Projekt "Überregionale Partnerschaften – Innovative Projekte zur stadtregionalen Kooperation, Vernetzung und gemeinsamen großräumigen Verantwortung"

 

Neue Herausforderungen wie Globalisierung, demografischer Wandel, Klimawandel und Verknappung natürlicher Ressourcen haben in den letzten Jahren zu einer Anpassung der politischen Ziele und Strategien auch in der Raumentwicklungspolitik auf europäischer und nationaler Ebene geführt. Mit der Territorialen Agenda, die im Mai 2007 von den EU-Raumordnungsministern abschließend behandelt wurde, wird das Ziel verfolgt, die unterschiedlichen Potenziale und die Vielfalt der Städte und Regionen Europas besser als bisher bei der Umsetzung der Ziele der Lissabon- und Göteborg-Strategien zu berücksichtigen. Damit soll der wirtschaftliche und soziale Zusammenhalt der Regionen Europas gestärkt sowie ihr Beitrag zu einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung hervorgehoben werden.

Als wichtige Erfolgsvoraussetzung dieser Politik wird die Anwendung eines neuen Planungsverständnisses angesehen, welches sowohl ebenenübergreifend die Zusammenarbeit der Gemeinden, Städte, Stadt-Umland-Regionen bis hin zu peripheren Regionen umfasst als auch die Kooperation von Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft befördert.

Die neuen Leitbilder der Raumentwicklung in Deutschland nehmen diese Ziele auf und entwickeln mit dem strategischen Ansatz der "Großräumigen Verantwortungsgemeinschaft" zwischen Städten, Metropolen und ländlichen Wachstumsregionen sowie peripheren und strukturschwachen Regionen ein innovatives Instrument einer auf Entwicklung und Ausgleich ausgerichteten Raumordnungspolitik. In einem partnerschaftlichen Miteinander dieser strukturell und ökonomisch unterschiedlichen Regionstypen sollen alle Teilräume dazu beitragen, dass insbesondere Wachstum und Innovationen gestärkt werden.

 

Im Rahmen dieses Modellvorhabens sollen vor allem innovative Ansätze zu den Inhalten und zur Steuerung überregionaler Partnerschaften aufgezeigt werden. Dabei stehen folgende Handlungsfelder im Vordergrund:

 

(1) Entwicklung bzw. Fortentwicklung strategischer Entwicklungskonzepte für überregionale Kooperationen (mit den Inhalten Bestandsaufnahme von möglichen Ansatzpunkten, Konzepterstellung und Umsetzung in regional angepassten Governancekonzepten)

 

(2) Umsetzung des Ansatzes der Überregionalen Partnerschaften in konkreten Projekten

 

Als einzige "Nicht-Metropolregion" ist die Bodenseeregion an diesem Modellvorhaben beteiligt. Hauptarbeitsschwerpunkte sind die Themen "Weiterentwicklung eines grenzüberschreitenden Systems zur Raumbeobachtung", "Raumstruktur und Raumentwicklung in der Bodenseeregion", "Regional Governance" und "Positionierung der Bodenseeregion im internationalen Kontext". Die Projektsteuerung liegt bei den beiden Regionalverbänden unter Beteiligung der Geschäftsstelle der IBK sowie der Uni St.Gallen.

 

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MORO-Projekt "Überregionale Partnerschaften in grenzüberschreitenden Verflechtungsräumen"

 

Aufgrund ihrer dezentralen Lage werden grenzüberschreitende Verflechtungsräume in der jeweils nationalen Raumordnung und Politik nicht adäquat wahrgenommen. Dies entspricht weder ihrer ökonomischen, sozialen und kulturellen Bedeutung noch ihrer Rolle im Zusammenhang mit europäischer Integration und territorialer Kohäsion. Im Zuge der aktuellen Diskussionen um Metropolregionen in Deutschland erscheint es deshalb notwendig, die spezifischen Entwicklungspotenziale dieser Grenzräume näher zu betrachten und diese besondere Kategorie im Netz der europäischen Metropol- und Stadtregionen auf die "Agenda" von Bundesraumordnung und europäischer Raumentwicklung zu setzen.

Charakteristisch für grenzüberschreitende Agglomerationen sind enge, "innerregionale" Verflechtungen über nationale Grenzen hinweg. Die regionalen und lokalen Akteure besitzen dadurch weitreichende Erfahrungen in der transnationalen Kooperation in unterschiedlichsten Sektoren. Die Bevölkerung nutzt das vielfältige Angebot an Arbeitsplätzen, Bildungsstätten, Dienstleistungen und kulturellen Aktivitäten beidseits der nationalen Grenzen. Die Grenzräume blicken zudem auf eine gemeinsame historische Entwicklung zurück und tragen Sorge für das gemeinsame Kultur- und Naturerbe.

 

Die Initiative "überregionale Partnerschaften in grenzüberschreitenden Verflechtungsräumen" sucht nach Wegen, die Stärken dieser Regionen im Sinne des Leitbilds "Wachstum und Innovation" der Bundesraumordnung offensiv zu fördern und die grenzüberschreitenden Verflechtungsräume auf die (europäische) Landkarte zu setzen.

 

Partner dieses Modellvorhabens sind die Regio Aachen, die Regionalverbände Mittlerer Oberrhein, Bodensee-Oberschwaben, Hochrhein-Bodensee und Südlicher Oberrhein sowie das Saarland. Die organisatorische Federführung des Projektes liegt beim Saarland, vertreten durch das Ministerium für Umwelt, das Projektmanagement bei der Planungsgruppe agl - angewandte geographie, landschafts-, stadt- und raumplanung, Saarbrücken.

 

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