Die Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung im Zuge der Energiewende ist auch für die Region Bodensee-Oberschwaben ein zentrales Zukunftsthema. Der Regionalverband hat daher die Energieagentur Ravensburg gGmbH am
21. Juni 2011 mit der Erarbeitung eines Energie- und Klimaschutzkonzepts Bodensee-Oberschwaben 2020 beauftragt. Neben der Analyse des Ist-Zustands ist die Ermittlung der Potenziale beim Ausbau erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2020 sowie deren Umsetzung auf regionaler und kommunaler Ebene ein wesentliches Ziel der Studie.
Bei den zahlreichen Infoveranstaltungen zum Thema Windenergie hat sich deutlich gezeigt, dass die Bürger immer auch wissen wollen, welche Alternativen es im Bereich der Wasserkraft, der Geothermie etc. noch gibt. Deshalb ist es unerlässlich, regionsweit aufzuzeigen, wo wir derzeit stehen und welche Potenziale in den verschiedenen Bereichen noch realisierbar sind. Daneben bedarf es sachkundiger Aussagen zu den Themen "Energieeffizienz", "Netze" und "Speicher".
Das Gesetz für den Vorrang erneuerbarer Energien (Kurztitel Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) verfolgt das Ziel "den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis zum Jahr 2020 auf mindestens 30 Prozent ... zu erhöhen". In der geplanten Novellierung des EEG (Gesetzentwurf vom 06.06.2011) werden die Zahlen und Planungszeiträume erhöht auf, mindestens 35 Prozent bis 2020, mindestens 50 Prozent bis 2030, mindestens 65 Prozent bis 2040 und mindestens 80 Prozent bis 2050.
Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien wird zudem eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes als wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz angestrebt. Das Klimaschutzkonzept 2020plus Baden-Württemberg des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sieht vor, die Treibhausgasemissionen des Landes bis 2020 um 30 Prozent und bis 2050 um 80 Prozent zu senken (bezogen auf das Jahr 1990). Hierzu ist neben dem Ausbau regenerativer Energien insbesondere eine Steigerung der Energieeffizienz unerlässlich.
Das Bundesamt für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat in seiner Publikation "Erneuerbare Energien: Zukunftsaufgabe der Regionalplanung" die Bedeutung des Themas für die regionale Planungsebene verdeutlicht. Die Broschüre und weiterführende Informationen sind im Internet abrufbar:
http://regionale-energiekonzepte.de/pages/sonderpublikation.php
Insbesondere der Umgang mit Nutzungskonflikten (Denkmalschutz, Naturschutz, Tourismus etc.) im Zusammenhang mit dem Ausbau von erneuerbaren Energien stellt eine zentrale Aufgabe der Regionalplanung dar. Neben der formalen Planung zum Thema Windenergie können vor allem regionale Energiekonzepte einen wichtigen Beitrag für die Steuerung der Flächeninanspruchnahme durch andere regenerative Energieformen wie Biomasse und Photovoltaik, aber auch Wasserkraft und Geothermie leisten.
Mit der Beauftragung der Energieagentur Ravensburg durch den Regionalverband sollen die Grundlagen für einen sinnvollen und geordneten weiteren Ausbau erneuerbarer Energien in der Region Bodensee-Oberschwaben gelegt werden. Im ersten Teil des Energie- und Klimaschutzkonzepts wird der Themenbereich "Strom" behandelt, Teil zwei beschäftigt sich in vergleichbarer Form mit dem Aspekt "Wärme". Neben einer regionsweiten Betrachtung wird auch eine Differenzierung nach Landkreisen vorgenommen. Aus den Ergebnissen der Studie werden konkrete Handlungsempfehlungen zur Planung und Umsetzung für die gesamte kommunale Ebene abgeleitet.
Der Abschlussbericht zum Energie- und Klimasschutzkonzept liegt voraussichtlich Ende 2012 vor.